nach Berlin zur Konsumwende

nach Berlin zur Konsumwende

»Konsum«, das war mal eine Supermarktkette. Gibt’s die eigentlich noch? Heute jedenfalls würde man mit diesem Namen wohl keinen Erfolg mehr haben. Im Zeitgeist liegt vielmehr die Konsumwende. Das ist auch der Name der Veranstaltung, zu der ich morgen nach Berlin fahre. Laut dem Veranstalter stratum eine »Mottoshow« zu verschiedenen Themen und Perspektiven rund um Nachhaltigkeit und Konsum.

Ich bin gespannt, was mich erwartet. Ein gibt einige interessante Tagespunkte, zum Beispiel ein Vortrag über Neuromarketing, ein Workshop mit dem Nachhaltigkeitsmanager der BayernLB, Matthias Patzelt, oder eine Interview-Panel mit den Bio-Unternehmern Frank Lüske und Ulrich Unbekannt.

Sprache und Unternehmen

Um die Bedeutung der Sprache für ein Unternehmen zu erfassen, darf man sie nicht ausschließlich aus einer Marketing- oder PR-Perspektive verstehen.

Sprache ist Denken, Verstehen und Selbsterkenntnis. Die Sprache der Unternehmenskommunikation ist deshalb inneres Wesensmerkmal eines Unternehmens und zeigt das Niveau des Verständnisses vom eigenen Handeln und von der eigenen Wirkung.

Sprache ist Verantwortung und mit Sprache muss verantwortungsvoll umgegangen werden. Unternehmenskommunikation darf nicht in einer wirtschaftlichen Nutzenorientierung stecken bleiben und die Äußerungen eines Unternehmens dürfen nicht auf Verkaufswerkzeuge reduziert werden.

Sprache muss Charakter und Klarheit transportieren. Reduziert man den Einsatz von Unternehmenskommunikation auf reines Nutzendenken, so ist schon allein dies die erste Unaufrichtigkeit gegenüber der Öffentlichkeit. Sprache muss zeigen, wie man ist, nicht nur, wie man gerne sein würde. Die Sprache eines Unternehmens muss eine authentische Geschichte erzählen mit Entwicklungen, Rückschlägen und Erfolgen.

Die Kommunikation eines Unternehmens muss sich zudem seiner interne Rückwirkung auf die Mitarbeiter bewusst sein, denn jede Formulierung ist auch eine Selbstformung. Sprachtraining ist Charaktertraining. Man wird, wie man spricht, damit man erzählen kann, wie man ist.

Der Neid auf die Neidlosen

Der Lebenskünstler gilt oft ein wenig als der Hofnarr in der Leistungsgesellschaft. Klug, aber ein wenig faul. Begabt, aber nicht ernsthaft. Das Leben als Kunst, diese Idee scheint uns mit zwiespältigen Gefühlen zu erfüllen: Auf der einen Seite hängen wir dem Lebenskünstler das Bild des leicht anarchischen Verweigerers an, auf der anderen Seite sprechen wir davon, es »sei doch keine Kunst«, wenn wir das Banale, zu leichte und Gewöhnliche verunglimpfen.

Erstaunlich oft beinhaltet das Bild vom Lebenskünstler damit eine neidvolle Selbstanklage, wenn unsere scheinbare Normalität eigentlich »keine Kunst« ist. Und hierin liegt das tragische Missverständnis, denn ist der Lebenskünstler nicht gerade derjenige, der sich im Gegensatz zu uns nicht selbst anklagt?

Das Wort als Hülse: Bewusstseinswandel

Die Diskussion um Nachhaltigkeit und eine Änderung unserer Lebensweise befördert den Begriff des Bewusstseinswandels ein weiteres Mal in die Arena des öffentlichen Selbstgespräches. Er steht dort in gewohnt selbstbewusster Pose: als Forderung. In diesem Gestus stiftet dieser Begriff freilich mehr Ärger als Nutzen. Denn unabhängig von intellektuell interessanten Beschreibungen historischen Kulturwandels bekommt der Begriff als rhetorischer Kampfruf den ermüdenden Klang einer Plattitüde.

Bewusstseinswandel als Handlungsempfehlung ist nicht nur eine Phrase ohne reale Substanz (außer vielleicht durch den Einsatz von psychoaktiven Drogen), sondern es ist auch eine Ausgrenzungsvokabel. Wer einen Bewusstseinswandel fordert, der verlangt ihn in aller Regel nicht von sich selbst, sondern vom Anderen. Die Binnenmoral einer bestimmten Gruppierung grenzt sich gegen den vermeintlich falsch Handelnden ab.

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Im Fließgleichgewicht des Lebens

Was ist Charisma? Ein Überfluss an Lebensenergie. Lebensenergie ist die Dankbarkeit unseres Wesens – unserer Seele – dafür, sie selbst sein zu dürfen. Diese Energie entsteht im Zustand einer inneren Ausgeglichenheit, in Momenten seelischer Balance.

Lebensenergie strömt uns zu, wenn wir uns uns selbst zuwenden und wenn wir es zulassen. Wir müssen uns deshalb immer wieder fragen, wie viel Zeit unseres Lebens wir als Ghost In The Machine verbringen und wie oft wir unser Selbst pflegen.

Der Mensch ist, energetisch betrachtet, ein Fließgleichgewicht. Wenn wir unseren Körper als eine konstante Sache begreifen, dann täuschen wir uns. Wir existieren nur als eine Balance aus den Substanzen, die in uns hineinströmen und den Stoffen, die wir abgeben. Unsere Zellen erneuern sich ständig, wir nehmen Nährstoffe auf, verarbeiten sie, geben Reststoffe ab. Wir atmen ein, absorbieren Licht, atmen aus, wir nehmen Energie auf, setzen sie um, geben sie weiter. Wird die Balance unseres energetischen Fließgleichgewichts gestört, werden wir krank oder sterben.

Auch unser Gemüt, unser seelisches Innenleben existiert nur in diesem Sinne: als Fließgleichgewicht. Mein Ich ist ein scheinbar konstantes System, das dennoch völlig offen ist, wie ein Pool aus Wasser im gewundenen Lauf eines Baches. Auch wenn der Pool eine klar bestimmbare Sache ist, ein Ort an den ich wiederkehren kann, so existiert er doch nur durch den Durchfluss des Wassers. Ist dieser Fluss gestört, ist der Pool bedroht. Er trocknet aus oder der Fluss tritt über die Ufer.

Unser Selbst ist ein solcher Pool im Strom des Lebens. Wir sind nur äußerlich etwas Konstantes. In unserem Inneren sind wir damit beauftragt, sorgsam mit der Balance unseres Fließgleichgewichts umzugehen. Wir können keine Energie weitergeben, die wir nicht empfangen haben, sowohl positive als auch negative. Tanken wir keine Energie, dann trocknen wir aus. Und wenn wir Energie empfangen müssen, die wir nicht wieder abgeben können, dann tritt unsere Seele über die Ufer.

Selbstverantwortlich leben heißt, sich um dieses Fließgleichgewicht bewusst zu kümmern. Wir stehen nicht im Fluss des Lebens, wir sind der Fluss des Lebens.