Nachtrag zu meiner Fahrt nach Berlin und dem Besuch der Konsumwende. Das ganze war eine recht abwechslungsreiche Veranstaltung rund um das Marketing von Produkten und Projekten zum weitläufigen Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung war interessant, aber dominiert vom Zielgruppendenken. Das klingt schon im Begriff mit: »Lohas«. Für das »life of health and sustainability« braucht man jede Menge spezieller Produkte und Dienstleistungen mit dem Label »Nachhaltig«. Zumindest aus Sicht der Marketingberater, die den Tenor der Veranstaltung bestimmten, denn Lohas selbst schienen nicht anwesend zu sein (oder blieben vorsichtig anonym).

»Zielgebiet: Lohas« – das war das Motto dieser »Mottoshow« und es gab Momente, da erschienen die Lohas wie die weißen Mäuse der Marketinglaboranten. Für mich eine etwas befremdliche Erfahrung. Die eigentlich interessanten Fragen nach einer verantwortlichen Zukunftsgestaltung kamen leider kaum zur Sprache. Höhepunkt der verkaufsorientierten Sichtweise war der Vortrag zum Thema Neuromarketing. Eine Mischung aus ein bisschen Neurowissenschaft mit einem dazu interpretierten Überbau aus marketinggerechten Persönlichkeitsmodellen, gepaart mit einer unterschwelligen Allmachtsphantasie. Das hat mich nicht sonderlich überzeugt.

Doch ich will keinen falschen Eindruck erwecken. Mir hat es prima gefallen. Ich habe sehr nette Menschen kennen gelernt und ein paar äußerst inspirierende Gespräche geführt. Interessant war beispielsweise ein Workshop zum Thema »Wann ist ein Unternehmen nachhaltig?«, moderiert von Heiko Rittweger, Geschäftsführer der Agentur Rittweger und Team und eine Projektinformation über ein »Nachbarschafts-Klimacoaching« in München.