Bildung ist Selbstveränderung

Ich hatte ein interessantes Gespräch über Sinn und Wirkung persönlicher Weiterbildung. Soll man sich spezialisieren oder von möglichst vielem etwas aufnehmen? Auslöser des Gesprächs waren die großen thematischen Unterschiede der Bücher, die ich lese sowie der Vorträge und Hörbücher, die ich ansehe und anhöre. Neben meiner zeitweise berufsbedingten Konzentration auf bestimmten Themen, nehmen sehr verschiedene Fachrichtungen und Perspektiven einen großen Raum in meiner Lektüre ein. Mir ist das nie als komisch aufgefallen, ist es vielleicht auch nicht.

In dem Gespräch stand aber doch die Frage im Raum, ob das umherschweifende Einsammeln völlig unterschiedlicher Einflüsse Zeitverschwendung ist? Wäre es nicht erfolgsorientierter und effizienter, sich weiter und weiter zu spezialisieren, sich auf das Erreichen einer Exzellenz hin zu fokussieren? Muss man nicht nach dem maximalen Expertentum streben?

Es scheint so zu sein. Der Spezialist verfügt über eine viel leichter zu vermarktende Fähigkeit. Sein Angebot ist klar definierbar und er verfügt über eine unerhörte Autorität in dem von ihm beanspruchten geistigen Territorium. In einem bestimmten Bereich kennt er alle Antworten und zeigt die Lösungen. Deshalb ist er geschätzt, nützlich und wertvoll. In der unübersichtlichen Welt schafft er jene begrenzte Übersicht und Klarheit, die uns eine selbstbewusste Entscheidung ermöglicht.

Doch ein solches Verständnis von Weiterbildung ist sehr funktionsorientiert und damit reduziert. Der Nutzen des Experten entfaltet sich jeweils nur auf einem bestimmten Gebiet, sein Überblick ist Detailwissen und seine Übersicht hat nur in den Grenzen eines bestimmten Denksystems Gültigkeit.

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Das Leben, das du retten kannst

Nun sind wir im neuen Jahr. Silvester vorbei, Weihnachten vorbei. Die Weihnachtszeit ist in traditioneller Weise auch Spendenzeit. Vielleicht um den Gewissensschauder während unseres Konsumrausches ein wenig zu beschwichtigen, denken wir ein bißchen an die Armen und Chancenlosen. Zumindest ein paar mehr Menschen als sonst tun das. Wenn wir im Sommer im Park sitzen, dann tun das wieder ein paar weniger. Nun gut, kann man sagen, besser an Weihnachten als nie.

Besser immer. Besser alle. Das fordert der australische Philosoph Peter Singer in seinem neuen Buch The Life You Can Save: Acting Now to End World Poverty. Peter Singer ist einer der bedeutendsten Gegenwartsphilosophen, Moralist, ein bekennender Nicht-Gläubiger und (unverdientermaßen) seit Jahren beliebter Prügelknabe konservativer Christen. Peter Singer ist eine der vehementesten Stimmen für eine humanistische Ethik und für ein moralisch besseres Verhalten gegenüber Menschen und Tieren gleichermaßen.

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