Ortswechsel

Konsumwende und Labormäuse

Nachtrag zu meiner Fahrt nach Berlin und dem Besuch der Konsumwende. Das ganze war eine recht abwechslungsreiche Veranstaltung rund um das Marketing von Produkten und Projekten zum weitläufigen Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung war interessant, aber dominiert vom Zielgruppendenken. Das klingt schon im Begriff mit: »Lohas«. Für das »life of health and sustainability« braucht man jede Menge spezieller Produkte und Dienstleistungen mit dem Label »Nachhaltig«. Zumindest aus Sicht der Marketingberater, die den Tenor der Veranstaltung bestimmten, denn Lohas selbst schienen nicht anwesend zu sein (oder blieben vorsichtig anonym).

»Zielgebiet: Lohas« – das war das Motto dieser »Mottoshow« und es gab Momente, da erschienen die Lohas wie die weißen Mäuse der Marketinglaboranten. Für mich eine etwas befremdliche Erfahrung. Die eigentlich interessanten Fragen nach einer verantwortlichen Zukunftsgestaltung kamen leider kaum zur Sprache. Höhepunkt der verkaufsorientierten Sichtweise war der Vortrag zum Thema Neuromarketing. Eine Mischung aus ein bisschen Neurowissenschaft mit einem dazu interpretierten Überbau aus marketinggerechten Persönlichkeitsmodellen, gepaart mit einer unterschwelligen Allmachtsphantasie. Das hat mich nicht sonderlich überzeugt.

Doch ich will keinen falschen Eindruck erwecken. Mir hat es prima gefallen. Ich habe sehr nette Menschen kennen gelernt und ein paar äußerst inspirierende Gespräche geführt. Interessant war beispielsweise ein Workshop zum Thema »Wann ist ein Unternehmen nachhaltig?«, moderiert von Heiko Rittweger, Geschäftsführer der Agentur Rittweger und Team und eine Projektinformation über ein »Nachbarschafts-Klimacoaching« in München.

nach Berlin zur Konsumwende

nach Berlin zur Konsumwende

»Konsum«, das war mal eine Supermarktkette. Gibt’s die eigentlich noch? Heute jedenfalls würde man mit diesem Namen wohl keinen Erfolg mehr haben. Im Zeitgeist liegt vielmehr die Konsumwende. Das ist auch der Name der Veranstaltung, zu der ich morgen nach Berlin fahre. Laut dem Veranstalter stratum eine »Mottoshow« zu verschiedenen Themen und Perspektiven rund um Nachhaltigkeit und Konsum.

Ich bin gespannt, was mich erwartet. Ein gibt einige interessante Tagespunkte, zum Beispiel ein Vortrag über Neuromarketing, ein Workshop mit dem Nachhaltigkeitsmanager der BayernLB, Matthias Patzelt, oder eine Interview-Panel mit den Bio-Unternehmern Frank Lüske und Ulrich Unbekannt.