Erfolg

10 Bücher, die jeder Unternehmer, Freiberufler, Angestellte und Chef gelesen haben sollte (und alle anderen auch).

Alle wichtigen Dinge im Leben beginnen mit einem wichtigen Gedanken. Die meisten entscheidenden Gedanken sind eine Reaktion auf ein Wissen, eine Meinung oder Erfahrung, die wir von anderen hören. Solche Gedanken anderer Leute stehen in Büchern. Und wenn ich meine bisherige bescheidene Lebenserfahrung, die hoffentlich noch um ein gutes Stück wachsen wird, in zwei kurze Sätze fassen müsste, so würden sie lauten: Lies wie verrückt. Und höre niemals damit auf.

Folgende Bücher würde ich jedem auf den Nachttisch legen, der sich weiterentwickeln, das Leben verstehen und glücklich und erfolgreich sein will.

1) Paul Arden: Egal, was du denkst, denke das Gegenteil.

Du hast nur Zeit für ein Buch? Nicht zu dick? Leicht zu lesen? Aber es soll dein Leben umkrempeln? Dann nimm dieses. Paul Arden hat die Fähigkeit, die elementarsten Dinge über Kreativität und Mut in die wenigsten Worte zu fassen. Außerdem ist das Buch schön.

2) Seth Godin: Linchpin: Are You Indispensable?

Dieses Buch kann Angestellte zu Revolutionären machen, Chefs zu Leitbildern und Freiberufler zu Visionären. Doch genau solche brauchen wir mehr als alles andere. Die Zeit der Fabriken ist vorbei. Jeder ist ein Künstler, wenn er sein Eidechsengehirn besiegt. Ein Buch wie ein Neuanfang.

3) Marshall B. Rosenberg: Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation.

Wie gehe ich um mit dem stressigen Nachbarn, den nölenden Kindern, dem schwierigen Chef? Wie besiege ich meine Wut und löse Konflikte mit Empathie? Die Ideen des berühmten Psychologen können jede Kommunikation nachhaltig verbessern.

4) Steven Pressfield: Do the Work

Kreativ zu sein bedeutet oft, gegen innere Widerstände und Ängste zu arbeiten. Immer wieder einen innere Feind zu besiegen, der einen für immer zum Schweigen bringen will. Dieses Buch ist ein Schlachtplan zum Zusammenreißen: Geh an die Arbeit!

5) Jason Fried: Rework

This one goes out to … alle Chefs und Unternehmer. Befreie dein Unternehmen von überflüssigen Ritualen, langweiligen Meetings, störenden Barrieren, verstaubten Regeln. Mache dich und deine Mitarbeiter glücklich und erfolgreich.

6) Phil Stutz & Barry Michels: The Tools

Dieses Buch wurde von einem christlich-religiösen Menschen geschrieben. Und es riecht nach Hollywood-Star-Marketing. Das eine bin ich nicht, mit dem anderen kann ich nichts anfangen. Aber die Tools haben mich mehr als einmal gerettet.

7) Tony Robbins: Das Robbins Power Prinzip

Ich war jung, orientierungslos nach dem Studium und hielt mich mit Jobs über Wasser. Dieses Buch war das erste, das ich in dieser Art las. Es gab mir Kraft. Von allen »Powercoaches« immer noch der Beste. Noch besser als lesen: Zuhören!

8) Dan Ariely: Denken hilft zwar, nützt aber nichts

An der Oberfläche ein Buch über Verhaltensökonomie. Im Kern eine Gebrauchsanweisung für den täglichen Verstand. Wir sind nicht so schlau, wie wir glauben. Wenigstens das sollte man verstehen.

9) Alain de Botton: StatusAngst

Ein Buch für die freien Momente im Kopf und ein weiter Blick über den Tellerrand. Keine knappe Präsentation und kurzen Gedankengänge. Der kluge Philosoph fragt uns auf sympathische Weise, wohin wir rennen wollen, wenn wir immer so rennen. Ein Plädoyer für eine sanfte Sichtweise auf Erfolg.

10) Ayya Khema: Um was geht‘s denn wirklich?

Es gibt Momente, in denen sind die anderen neun Bücher unnütz. Wenn es um‘s Ganze geht. Um dich und die Welt. Um den Kern der Dinge, wenn die Dinge egal sind. Die verstorbene buddhistische Nonne Ayya Khema rückt Kopf und Herz gerade. Man sollte ihr im Audiobook lauschen, dieser kleinen starken lustigen leuchtenden Frau.

( … to be continued )

It’s not the text, stupid! (and it’s not the looks also)

Worum geht es bei Unternehmenskommunikation? Glänzende Broschüren, tolle verständliche Texte, sympathische Fotos. Ein starkes Layout, schmissige Headlines, guter Stil. Geht es darum?

Sei tapfer, lieber Auftraggeber.

Die Wahrheit ist: darum geht es nicht.
Grafik ist nicht wichtig.
Text ist nicht wichtig.
Verstehen ist wichtig.

Wenn es anders wäre, dann wäre dein Leben, lieber Auftraggeber, und das Leben der Grafiker und Texter viel einfacher. Es wäre so einfach, wie sie es sich oft machen.

Was ist es, das ich verstehen muss? Wie dein Business funktioniert? Was du herstellst? Was du von mir willst? Was du willst?
Ja, das auch. (Allerdings ist schon die Frage »Was willst du?« für viele eine ziemlich harte Nuss.)

Aber vor allem muss ich eines verstehen. Und zwar nicht mehr und nicht weniger als:
Was die Welt im Innersten zusammenhält.

Zumindest deine Welt.

Warum gefällt dir, was dir gefällt? Warum missfällt dir, was dir missfällt?
Warum verstehst du, was du verstehst und warum verstehst du nicht, was du nicht verstehst?
Warum hat der da Erfolg? Und jener nicht?
Was ist eine gute Frage? Was ist die wichtigste Frage?
(Wichtig sind Fragen, keine Antworten. Die Bedeutung von Antworten wird überschätzt. Für die richtige Frage gibt es meist viele guten Antworten. Aber es gibt nur wenig wirklich gute Fragen.)

Und wenn wir das alles verstanden haben.

Dann sind wir soweit. Dann ist die Arbeit getan.

Dann ist Grafik wichtig.
Dann ist Text wichtig.

Allgemeinwissen für Unternehmen

Für jedes Unternehmen ist eine Bildung, die mehr ist als Ausbildung, die nicht nur mit dem Vortrieb eines Geschäftsmodells zu tun hat, eine grundlegende Verantwortung, um die Wirkungen des eigenen Handelns im größeren Kontext zu verstehen. Betriebsblindheit ist eine zivilisatorische Krankheit mit ungeheuren Auswirkungen.

Beim Einzelnen erkennen wir Allgemeinbildung als Schritt zu einem zivilisierten, verantwortungsvollem Leben. Bei Unternehmen reduzieren wir die Informationsverarbeitung auf unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen. Weiterbildung ist ein korrumpierter Begriff und beschreibt meist nur noch einen auf Gewinnmaximierung und Karriereentwicklung reduzierten Lernvorgang.

Doch das globalverträgliche Unternehmen kann nur durch einen Blick über den Tellerrand der täglichen Aufgabenliste entstehen. Es muss seinen Mitarbeitern gezielt Denkfreiräume und Wissen jenseits des operationalen Dogmas anbieten.

Mitarbeiter und Entscheider in Unternehmen müssen mehr wissen und verstehen über die Kontexte innerhalb derer sie agieren. Unternehmer müssen die Augen öffnen und sich und ihren Angestellten einen Blick auf Zusammenhänge und Konsequenzen öffnen. Sie müssen sich selbst ein höheres Verständnis für scheinbar artfremde Informationen ermöglichen. Sie müssen ihre Horizonte übersteigen.

Auf die Barrikaden!

Auf die Barrikaden!

Das normale Projekt erfüllt Erwartungen, das außergewöhnliche Projekt schafft Neues. Das normale Projekt präsentiert Lösungen, das außergewöhnliche Projekt stellt Fragen. Das normale Projekt erfordert Fleiß, das außergewöhnliche Projekt erfordert Mut.

Bei innovativen Unternehmungen, neuen Herausforderungen, wenn wir uns daran begeben, den inneren Überzeugungen zu folgen, gibt es zwei entscheidende Momente an denen in uns eine Flamme brennen muss: am Anfang und im Zweifel.

Der erste Impuls wirft uns nach vorne, es ist der Funke der Muse, eine klare Vision der fertigen Idee. Diese kreativen Momente lassen uns eine tiefe Vollständigkeit mit uns selbst empfinden, sie zeigen uns die Kraft, die uns zur Verfügung steht. Sie ziehen für einen kurzen Moment das Tuch des Alltags von unserem wahren Ich, mit dem wir in diese Welt getreten sind: mutig, kreativ, innovativ und begeistert. An diesen Funken müssen wir glauben, wenn wir weiter in unserem Projekt vorangehen. Das kann ein Buch sein, ein Artikel, den wir schreiben, ein fantastisches neues Layout, das der Grafiker entwirft, das Geschäftsmodell für ein wirklich innovatives Unternehmen, eine neue Maschine, ein Gedicht, eine physikalische Theorie oder ein Marketingkonzept.

Doch es ist die zweite Flamme, die über den Erfolg entscheidet. Wir brauchen Kampfkraft und Tapferkeit. Kampfkraft gegen uns selbst und gegen unsere Angst, zu scheitern. Es gibt bei schwierigen und herausfordernden Projekten immer Augenblicke starken Selbstzweifels. Es kommt der Impuls, sich anzupassen, auf Nummer sicher zu gehen. Altbekannte Erwartungen zu erfüllen. Der ängstliche Affe in unserem Stammhirn möchte zurück in die sichere Höhle.

Doch gerade in solchen Momenten muss man stehen bleiben, Tapferkeit zeigen und seinen Stand ganz bewusst riskieren. In solche Momenten können Revolutionen entstehen, hier liegt unser Potenzial für wirkliche Veränderung und persönliches Wachstum. Nur wer den Mut hat, auch einmal grandios zu scheitern, kann neue Ideen verwirklichen. Oft kommen diese Augenblicke kurz vor Schluss eines Projekts. Wir möchten die Anforderungen, die wir stellen, reduzieren, wir möchten unseren Zweifeln nachgeben, wir möchten die Verlustängste beschwichtigen und die Unsicherheiten beseitigen.

Stattdessen müssen wir die Ängste umarmen und statt zu fallen müssen wir auf die Barrikaden steigen und Tapferkeit im Angesicht des Zweifels zeigen. Denn am Anfang stand ein Funken unseres mutigen, schöpferischen Selbst.

Wir müssen Revolutionäre sein gegen unsere Ängste.