Mitarbeiter

Mehr Motivation durch bessere Kommunikation

Im Mai diesen Jahres war ich für DB Schenker Rail in Wales und Deutschland unterwegs. Der Videofilm, den ich mit dem Kameramann Thom de Bock für die interne Qualitäts-Initiative „Schritt für Schritt“ produzierte, berichtet über eine neue Methode der Arbeitsplanung und Kommunikation. Es war sehr beeindruckend für mich, wie begeistert die Bahnangestellten von ihren täglichen Besprechungen waren. Man konnte sehen und spüren, dass hier ein offener und konstruktiver Dialog praktiziert wird.

Es scheint so simpel und ist doch vielen Unternehmen so fern. Einfach mal miteinander reden. Gemeinsam planen, zuhören, verstehen und sich gegenseitig ernst nehmen. Und obwohl der Erfolg solcher Maßnahmen groß ist, gibt es immer noch Führungskräfte, die in letzter Konsequenz davor zurückschrecken. Ich würde mich freuen, wenn wir mit unserem Film nicht nur die Akzeptanz der Maßnahme verstärken könnten, sondern auch andere dazu ermutigen, ähnliche Dinge anzupacken.

Allgemeinwissen für Unternehmen

Für jedes Unternehmen ist eine Bildung, die mehr ist als Ausbildung, die nicht nur mit dem Vortrieb eines Geschäftsmodells zu tun hat, eine grundlegende Verantwortung, um die Wirkungen des eigenen Handelns im größeren Kontext zu verstehen. Betriebsblindheit ist eine zivilisatorische Krankheit mit ungeheuren Auswirkungen.

Beim Einzelnen erkennen wir Allgemeinbildung als Schritt zu einem zivilisierten, verantwortungsvollem Leben. Bei Unternehmen reduzieren wir die Informationsverarbeitung auf unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen. Weiterbildung ist ein korrumpierter Begriff und beschreibt meist nur noch einen auf Gewinnmaximierung und Karriereentwicklung reduzierten Lernvorgang.

Doch das globalverträgliche Unternehmen kann nur durch einen Blick über den Tellerrand der täglichen Aufgabenliste entstehen. Es muss seinen Mitarbeitern gezielt Denkfreiräume und Wissen jenseits des operationalen Dogmas anbieten.

Mitarbeiter und Entscheider in Unternehmen müssen mehr wissen und verstehen über die Kontexte innerhalb derer sie agieren. Unternehmer müssen die Augen öffnen und sich und ihren Angestellten einen Blick auf Zusammenhänge und Konsequenzen öffnen. Sie müssen sich selbst ein höheres Verständnis für scheinbar artfremde Informationen ermöglichen. Sie müssen ihre Horizonte übersteigen.

Interne Kommunikation ist Marketingkommunikation

Im dichten globalen Wettbewerb ist es wichtig, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu informieren und zu unterrichten, denn es wird viel von ihnen erwartet: Hohe Einsatzbereitschaft und die Flexibilität, immer wieder Neues anzunehmen und umzusetzen. Was in einem Unternehmen heute innovativ ist, kann übermorgen schon veraltet sein. Die Schlagzahl möglicher Veränderungen und Neuerungen ist für Mitarbeiter höher als noch vor wenigen Jahren. Doch während Marketingagenturen und die Abteilungen der Unternehmenskommunikation oft über ein ausreichendes Budget verfügen, wird in die interne Kommunikation nur wenig investiert. Für die Motivation und Information der eigenen Leute stehen oft nur wenige Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung.

Externe Kommunikation übergibt man – wenn man schlau ist – Profis, aber interne Kommunikation ist oft ein selbst gestrickter Mischmasch aus halbherzigen Verlautbarungen und oberflächlichen Halbinformationen. Der Stil der Kommunikation schwankt je nach Verfasser zwischen kumpelhaftem Flurfunk, einer väterlichen Chefdepesche oder einem übertrieben formellen Beamtenstil – alles mit nur geringer Aussage und Wirkung. Umfassende Aufklärung über Hintergründe und Zusammenhänge des Unternehmens und seiner Arbeit kommen in der Regel zu kurz. Diese Art der internen Kommunikation lässt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kalt.

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